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Thema: Abgeltungssteuer - Insellösungen!
1. Abgeltungssteuer: Entwarnung für Dachfonds
2. Studie - Angst und Gier stören bei der Geldanlage
3. Abgeltungsteuer: Ruhe vor dem Sturm
4. Mangelndes Wissen der Deutschen zur Wohnungsbauprämie
5. Bei Altersvorsorge auf Aktienfonds-Sparpläne setzen 6. Rückbuchung einer Lastschrift die Frist von sechs Wochen ist nicht immer bindend
7. Die Themen von Kapital & Steuern vertraulich im MAI
EDITORIAL
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit der Abgeltungssteuer verliert die klassische Vermögensverwaltung über ein Bankdepot erheblich an Reiz. Versicherungsmäntel nach dem Luxemburger oder Liechtensteiner Modell dürften jedoch trotz der aktuellen hitzigen bei diesen Produkten aber unangebrachten - Debatten über Steuerhinterziehung weiter an Gewicht gewinnen. Der Mantel der Versicherung dient dabei - vollkommen Steuerkonform - nur als Verkleidung für das dahinter stehende Bankdepot.
Neben den individuellen Versicherungsmänteln aus Liechtenstein oder Luxemburg welche ich in unserer letzten Themenspezialausgabe ausführlich vorgestellt habe, werden auch Versicherungsmäntel für das Massengeschäft einen enormen Zulauf haben in Zukunft. Zur Produktdiversifikation, für kleinere Vermögenswerte, oder vor allem auch für Sparpläne in einem Versicherungsmantel. Gerade dieser Aspekt ist für mich hochinteressant, da vor allem der Vermögensaufbau durch die schlechte Ausgestaltung der Abgeltungssteuer erheblich behindert wird in Deutschland.
Bei einer Vermögensanlage oder einem Sparplan in einem Versicherungsmantel wächst Ihr Vermögen innerhalb des Mantels steuerfrei. Es entstehen keine steuerschädlichen Zuflüsse im Zusammenhang mit der Abgeltungssteuer. Sie müssen Ihre Erträge auch in Ihrer jährlichen Einkommenssteuererklärung nicht deklarieren. Durch die Ummantelung werden dadurch die durch die Abgeltungssteuer normalerweise anfallenden Verluste beim Zinseszinseffekt vermieden und die Steuern auf die Erträge gestundet.
Schaffen Sie sich Ihre persönliche Insellösung für die Abgeltungssteuer.
Dank des EU-Binnenmarktes können Sie heutzutage auf ausländische Alternativen aus vielen anderen EU-Ländern wie beispielsweise Luxemburg zurückgreifen. Ebenso dürfen Lebensversicherungsgesellschaften aus EWR Ländern wie Liechtenstein vollkommen legal Ihre Produkte in Deutschland offerieren.
Gerade auch Versicherungslösungen von den Britischen Inseln werden in Deutschland immer beliebter, denn sie bieten, im Gegensatz zu deutschen Lebensversicherungen flexiblere Anlagemöglichkeiten. Vor allem dadurch, dass Britische Versicherer im Gegensatz zu deutschen Anbietern vollkommen frei sind in der Festlegung der Aktienquote. Flexible Ein- und Auszahlungsmodalitäten bei gleicher steuerlicher Behandlung steigern zusätzlich die Attraktivität dieser Produkte. Günstige Kostenstrukturen und eine hohe Transparenz sind eine weitere starke Basis für ihre persönliche Altersvorsorge und (Abgeltungs)Steueroptimierungs-Strategie.
Diversifikation: Währungsrisiken sind auch Chancen
Mittlerweile erhalten Sie in Deutschland Vorsorge-Produkte von mehr als zwei Dutzend englischen Anbietern. Obwohl die Versicherungen ihren Geschäftssitz in Großbritannien haben, können die Verträge in Euro abgeschlossen werden. So wird das Währungsrisiko ausgeschlossen. Einige britische Gesellschaften bieten bei Einmalanlagen auch Tarife in Euro, Dollar oder Pfund an, was bei der aktuellen Eurostärke natürlich auch eine zusätzliche Chance sein kann. Herzlichst Ihr
Markus Miller
Chefredakteur Kapital & Steuern vertraulich, Gründer GEOPOLITICAL.BIZ
P.S.: Ich möchte mich bei Ihnen an dieser Stelle recht herzlich für die äußerst positive Resonanz auf meine Vorträge und Seminare der letzten Wochen bedanken. Die nächsten Termine zu den Themen Abgeltungssteuer und Vermögensschutz finden Sie im Internet unter: Investoren Akademie
Eines meiner größten Anliegen ist der Leserkontakt und die Kommunikation mit Ihnen. Dadurch helfen Sie mir, mich selbst und meine Arbeitsweise fortlaufend zu hinterfragen, mich weiter zu verbessern und Leistungen fortlaufend zu optimieren. Ich freue mich über jegliches Feedback und Anregungen von Ihnen welches Sie auch gerne selbst in meinem FEEDBACK-FORUM veröffentlichen können oder per email an: redaktion@kapital-und-steuern.de
1. Abgeltungssteuer: Entwarnung für Dachfonds
Steuerregeln von Dachfonds unter der Abgeltungssteuer werden laut 'Börse Online' nicht verschärft / Auf Zertifikatefonds werden hingegen mit dem Jahressteuergesetz 2009 vermutlich Änderungen zukommen
Bei den Abgeltungssteuerregeln für Dachfonds bleibt alles beim Alten. "Änderungen bei der Besteuerung von Dachfonds sind nicht geplant", heißt es in einem Antwortschreiben der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion, die dem Anlegermagazin 'Börse Online' vorliegt. Das berichtet die Online-Ausgabe des Magazins auf ihrer Website.
Speziell Dachfonds waren von Finanzdienstleistern in den vergangenen Monaten als ein besonders interessantes Produkt beworben worden, um den Unbill der Abgeltungssteuer zu umgehen. Sie unterliegen zwar im Regime der künftigen Abgeltungssteuer den gleichen Besteuerungsregeln wie jeder andere Investmentfonds auch, aber dennoch bieten sie auf Grund ihrer Konstruktion einen Vorteil: Bei einem Dachfonds, der wiederum in einzelne Zielfonds investiert, lösen die Umschichtungen des Dachfondsmanagers nämlich keine Steuerpflicht aus. Er kann also mit dem vollen Kapital weiterinvestieren und die im Fonds gehaltenen Bestände an Zielfonds je nach Marktlage austauschen.
FAZIT
Weiter Zittern müssen allerdings die Anbieter und Anleger von Zertifikatefonds. Dazu schreibt die Bundesregierung, dass eine Neuformulierung im Investmentsteuerrecht "diskutiert wird". Betroffen davon sollen Einlösungs- und Veräußerungserlöse aus Risikozertifikaten sein.
Die Neuregelungen sind Teil des geplanten Jahressteuergesetzes 2009. Das Bundesfinanzministerium erarbeitet gerade den Referentenentwurf. Die Beschlussfassung im Kabinett wird voraussichtlich im Juni 2008 stattfinden, heißt es in dem Schreiben der Bundesregierung. Rückwirkende Änderungen der Rechtslage der Abgeltungssteuer seien nicht geplant.
ABGELTUNGSSTEUER NEIN DANKE von Markus Miller
2. Studie - Angst und Gier stören bei der Geldanlage
Die Psychologie der Geldanlage: In ihrer neuesten Publikation geben die Kapitalmarktanalysten von Allianz Global Investors einen Einblick in die Behavioral Finance, einer jungen Forschungsrichtung, die den Anleger und seine Verhaltensweisen beleuchtet.
Erfolgreich am Kapitalmarkt zu investieren ist nicht einfach. 'Dies liegt nicht nur an der komplexen Materie und dem Auf und Ab der Märkte. Manchmal stehen sich die Anleger auch selbst im Wege', stellt Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors, fest. 'Bei uns wirken Herz und Hirn zusammen, deshalb treffen wir häufig (Anlage-) Entscheidungen, die nicht rational sind.'
Diese typischen Verhaltensmuster sorgen auch dafür, dass die Märkte nicht vollständig effizient sind. Professionelle aktive Anlagemanager können sich diese Ineffizienzen zunutze machen. Um so wichtiger ist, diesen verhaltensorientierten Anlageentscheidungen auf den Grund zu gehen.
Menschliches Anlageverhalten zwischen Angst und Gier
Vereinfachte oder bruchstückhafte Informationsbeschaffung und -verarbeitung ist eine der häufigsten Ursachen für fehlgeleitete Anlageentscheidungen. Hinzu kommen Selbstüberschätzung und das Verlangen nach Belohnung und Anerkennung, sowie das Streben, Verluste zu vermeiden.
Häufig ist der Kaufkurs als Referenzgröße und nicht die Aussicht auf zukünftige Gewinne dafür verantwortlich, dass sich Anleger nicht von verlustreichen Investments trennen. 'Alles zusammen trägt zu einem ineffizienten und zum Teil rückwärts gewandten Anlageverhalten bei, das Risiken und Chancen falsch einordnet und zu suboptimalen Ergebnissen führt', urteilt Naumer.
Überliste Dich selbst
Anleger sollten also ihre eigenen Schwächen erkennen und überwinden. Wie ihnen dies gelingen kann, das erläutern die Kapitalmarktspezialisten von Allianz Global Investors in ihrer neuesten Publikation mit dem Titel 'Überliste Dich selbst' aus der Reihe PortfolioPraxis. Sie enthält unter anderem eine Checkliste mit Empfehlungen, die man vor jeder Anlageentscheidung berücksichtigen sollte:
- Langfristige Regeln aufstellen: Wer einmal bestimmt hat, welcher Risikotyp er bei der Anlage ist, bringt Kontinuität in das Mischungsverhältnis von Aktien und Anleihen in seinem Depot und muss auch nicht ständig auf den Aktienkursticker starren. Wer festgelegt hat, welche besonderen Investmentthemen (z.B. aufstrebende Staaten, neue Energien, Rohstoffe) er beimischen will und was ihm nicht ins Konzept passt, reduziert die Komplexität seiner Anlageentscheidungen und behält einen besseren Überblick.
- Die fundamentale Analyse sollte grundsätzlich auf zukünftig zu erwartende Erträge und nicht auf vergangene Erfolge blicken.
- Bei der Informationsbeschaffung sollte gezielt nach Informationen gesucht werden, die der eigenen Meinung widersprechen. Freunde und Bekannte können auch den 'Advocatus Diaboli' spielen, was sowohl vor Selbstüberschätzung als auch vor dem Drang nach Selbstbestätigung schützt.
- Dazu gehört auch: 'Finger weg von heißen Tipps selbst ernannter Experten, recherchieren Sie selbst und suchen Sie dabei andere Pfade', rät Naumer den Anlegern.
Regeln für richtiges Sparen
Aus einer rationalen Herangehensweise an das Thema Geldanlage leite sich fast automatisch 'richtiges Sparen' ab, so Naumer: Wer einen langen Anlagehorizont hat, kann besser von den höheren Renditechancen stärker schwankender Anlageformen wie Aktien profitieren. Langfristiges und diszipliniertes Sparen zahlt sich durch den Zinseszinseffekt überproportional aus.
Wer regelmäßig einen festen Betrag in Wertpapiere spart, muss sich um das Investment-Timing keine Gedanken machen und investiert dank des Durchschnittskosten-Effekts antizyklisch und damit im Schnitt günstiger, denn bei niedrigeren Kursen erwirbt der Anleger bei gleichem Preis mehr, bei hohen Kursen weniger Anteile eines Wertpapiers.
Investition in finanzielle Allgemeinbildung notwendig
Um sich überhaupt mit Geldanlage und Aktien auseinandersetzen zu können, sollte man über finanzielles Basiswissen verfügen, so das Fazit. 'Ein gutes Grundverständnis hilft dabei, die Zusammenhänge besser zu erfassen. Dazu gehören beispielsweise die Wirkungsweise des Zinseszinseffekts oder der Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko', sagt Thomas Wiesemann, CEO von Allianz Global Investors Deutschland.
'Um zielgerichtet und angemessen mit Geld und Vorsorge umzugehen, sollte jeder in seine finanzielle Allgemeinbildung investieren', appelliert Thomas Wiesemann. Dies sei eine Voraussetzung, um kritisch, kompetent und bewusst seine persönlichen Lebensrisiken abzusichern, Vermögen aufzubauen und damit sein Leben eigenverantwortlich zu führen.
DIE 12 WICHTIGSTEN ANLEGER-VERHALTENSMUSTER
3. Abgeltungsteuer: Ruhe vor dem Sturm
Mehr als jedem zweiten Bundesbürger (57%) ist die neue Abgeltungsteuer auf private Kapitalerträge mittlerweile bekannt. Zu Jahresbeginn waren dies erst 41 Prozent. Zugleich hat der Anteil derer, die in 2008 Geldanlagen neu abschließen, aufstocken oder umschichten wollen, gegenüber dem ersten Quartal leicht zugenommen (von 37% auf aktuell 39%). Einen Abschluss im zweiten Quartal planen derzeit aber nur sechs Prozent.
Gleichzeitig ist sich eine wachsende Zahl der anlagewilligen Bundesbürger noch völlig im Unklaren darüber, welche Form der Kapitalanlage für sie die günstigste darstellt (44%; Vorquartal: 39%). Der Beratungsbedarf ist nach wie vor sehr hoch: Über einigermaßen fundiertes Detailwissen zu der Anfang 2009 in Kraft tretenden Steuerreform verfügt bisher erst gut jeder vierte Deutsche (28%; Vorquartal: 20%).
Dies zeigt die aktuelle Ausgabe der Monitoring-Studie "Abgeltungsteuer 2009" des Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG für das laufende 2. Quartal. Rund 1.500 Bundesbürger ab 18 Jahren wurden repräsentativ befragt.
"Ob es infolge der Abgeltungsteuer zu einem wahren Anlageboom in 2008 kommen wird, entscheidet sich aller Voraussicht nach erst im dritten und insbesondere im vierten Quartal", erläutert Dr. Karsten Schulte, Finanzmarktforscher bei der psychonomics AG. "Derzeit herrscht noch relative Ruhe vor dem möglichen Ansturm auf die Abgeltungsteuer vermeidende Finanzprodukte", so Schulte weiter.
Anbieterpräferenzen verdichten sich - Produktpräferenzen noch diffus
Während erst jeder fünfte anlagewillige Bundesbürger vor dem Hintergrund der kommenden Abgeltungsteuer konkrete Vorstellungen davon hat, welche Anlageprodukte er in 2008 abschließen will, zeigen sich die Deutschen bei den bevorzugten Anbietern mittlerweile entschiedener: 80 Prozent derer, die bereits spezielle Formen der zukünftigen Geldanlage im Auge haben, haben dafür auch schon die möglichen Produktgeber im Blick; im Vorquartal waren dies erst 58 Prozent. Zu den beliebtesten Finanzdienstleistern zählen derzeit vor allem die Sparkassen, mit deutlichem Abstand gefolgt von den Volks- und Raiffeisenbanken und der Deutschen Bank. Bei den bevorzugten Fondsgesellschaften führen derzeit Deka und Union Investment.
Die Monitoring-Studie "Abgeltungssteuer 2009", nimmt unter anderem eine regelmäßige Messung des Bekanntheitsgrads der Abgeltungsteuer, der daraus resultierenden Anlageabsichten sowie der Produkt- und Anbieterpräferenzen vor.
FAZIT
Auf der Skala der beliebtesten Anlageprodukte stehen weiterhin Aktienfonds, Sparanlagen und Festgeldkonten oben, allerdings jeweils mit abnehmender Tendenz. Insbesondere Aktienanlagen erfahren infolge der Turbulenzen an den Börsen aktuell einen deutlichen Einbruch in der Beliebtheit.
ABGELTUNGSSTEUER NEIN DANKE von Markus Miller
4. Mangelndes Wissen der Deutschen zur Wohnungsbauprämie
Die Hälfte der Deutschen kennt die Regelung der Einmaleinzahlung bei Bausparverträgen nicht / Eigenheim nach wie vor beliebteste Form der privaten Altersvorsorge
Mit Einführung der neuen Eigenheimrente ("Wohn-Riester") will die Bundesregierung auch die bisherigen Regelungen zur Wohnungsbauprämie reformieren. Diese staatliche Unterstützung erhalten heute im Rahmen von Bausparverträgen potenzielle Eigenheim-Erwerber, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen weniger als 51.200 Euro (Ledige: 25.600 Euro) beträgt und die jährlich mindestens 50 Euro einzahlen. Sie beträgt pro Jahr 8,8 Prozent der Sparsumme bis maximal 90,11 Euro bei Ehepaaren und 45,06 Euro bei Ledigen. Diese Regelung soll offenbar bestandsschützend auch im Rahmen der neuen Eigenheimrente weiter gelten.
FAZIT
Eine bundesweit repräsentative Untersuchung der Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach zeigt in diesem Zusammenhang zweierlei: 62 Prozent aller Berufstätigen in Deutschland betrachten ein eigenes Haus bzw. eine eigene Wohnung als "ideale Form der Alterssicherung". Jedoch sind die Regelungen zur Wohnungsbauprämie im Detail noch viel zu wenig bekannt: So wissen etwa nur 49 Prozent aller Deutschen, dass die komplette Wohnungsbauprämie für ein Jahr auch der erhält, der seinen Sparbetrag in Form einer Einmalzahlung vor dem Jahresende einzahlt. Bei den jungen Berufstätigen im Alter von 16 bis 29 Jahren sind es gar nur 45 Prozent. Und Berufstätige, die ihre bisherige Altersvorsorge selbst als nicht ausreichend bezeichnen, sind mit 47 Prozent kaum besser informiert.
5. Bei Altersvorsorge auf Aktienfonds-Sparpläne setzen
Regelmäßiges Sparen mit Investmentfonds zahlt sich aus. So legten in Deutschland investierende Aktienfonds trotz der aktuellen weltweiten Börsenturbulenzen über 30 Jahre im Schnitt 8,7 Prozent pro Jahr zu. Das ergab bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro ein Vermögen von 161.499 Euro. Eingezahlt wurden insgesamt nur 36.000 Euro. Sparpläne mit schwankungsärmeren Fondsgruppen wie zum Beispiel Rentenfonds oder Offene Immobilienfonds erreichten ebenfalls attraktive Resultate und bewährten sich als stabilisierende Basisanlage im Anlegerdepot. Dabei sind alle Fondskosten, d.h. Verwaltungsvergütung, Transaktionskosten und Ausgabeaufschläge, bereits berücksichtigt. Dies ist der aktuellen Sparplanstatistik des BVI Bundesverband Investment und Asset Management per 31. März 2008 zu entnehmen.
Sparer, die in den vergangenen Jahrzehnten auf Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland setzten, sind besonders gut gefahren. Im Zehn-Jahres-Zeitraum erwirtschaftete diese Fondsgruppe bei regelmäßiger Anlage einen Zuwachs von 3,8 Prozent pro Jahr. Nach 20 Jahren erzielten Anleger eine jährliche Wertsteigerung von im Schnitt 6,8 Prozent und nach 30 Jahren 8,7 Prozent. Anleger, die auf Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Europa setzten, realisierten über 20 Jahre im Schnitt eine Rendite von 5,2 Prozent p.a. und über 30 Jahre 6,9 Prozent.
Selbst zwischenzeitliche Rückgänge wie die aktuellen weltweiten Marktturbulenzen können Anleger mit langfristigem Anlagehorizont wenig anhaben. Dies belegt eindrucksvoll eine Zeitreihe der in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse von internationalen Aktienfonds-Sparplänen.
So bewegten sich die Jahresrenditen im Zehn-Jahres-Vergleich in einer Bandbreite zwischen minus 3,0 Prozent (Ende März 2003) und plus 19,1 Prozent (Ende März 2000). Im 30-jährigen Anlagezeitraum war die Bandbreite in der Rendite dagegen wesentlich geringer (zwischen 6,1 Prozent Ende September 1990 und 11,3 Prozent Ende März 2000). Bei längerer Laufzeit mildern sich Börsenschwächen demnach deutlich ab. Daher sollten Sparer mit einem langen Atem in erster Linie auf die Ertragschancen von Aktienfonds setzen. Gegen Ende der Spardauer empfiehlt es sich je nach Kapitalmarktentwicklung , schrittweise in schwankungsärmere Fondsgruppen, wie z.B. Rentenfonds und Offene Immobilienfonds, umzuschichten.
In den vom BVI untersuchten Zeiträumen erreichten Mischfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland im Schnitt 14.035 Euro (10 Jahre, 3,1 Prozent p.a., 12.000 Euro eingezahlt), 48.715 Euro (20 Jahre, 6,6 Prozent p.a., 24.000 Euro eingezahlt) und 140.586 Euro (30 Jahre, 8,0 Prozent p.a., 36.000 Euro eingezahlt).
Sparer, die schwankungsärmere Fonds beim Vermögensaufbau vorziehen, erwirtschafteten mit Rentenfonds bzw. Offenen Immobilienfonds solide Ergebnisse. Die jährlichen Wertsteigerungen von Euro-Rentenfonds lagen im Schnitt bei 2,7 Prozent (nach zehn Jahren), 4,8 Prozent (nach 20 Jahren) bzw. 5,6 Prozent (nach 30 Jahren). Bei global investierenden Rentenfonds standen bei einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro nach 20 Jahren im Schnitt 36.050 Euro und nach drei Jahrzehnten 89.383 Euro zur Verfügung. Bei diesen Rentenfonds belastete die Schwäche des US-Dollars der jüngeren Zeit die Performance, so dass bei einer zehnjährigen Laufzeit nur ein geringer Wertzuwachs von 0,6 Prozent p.a. erzielt wurde.
Bei Offenen Immobilienfonds lagen die Ergebnisse im Mittel bei 2,9 Prozent (nach zehn Jahren) bzw. 4,1 Prozent (nach 20 Jahren). Anleger, die in den vergangenen 30 Jahren monatlich 100 Euro in diese wertbeständige Fondsgruppe anlegten, erreichten zum 31. März 2008 ein Vermögen von 80.952 Euro. Neben der Wertstabilität ist zu berücksichtigen, dass die Ergebnisse dieser Anlageklasse einen relativ hohen steuerfreien Anteil aufweisen. Denn die Mieterträge von im Ausland liegenden Immobilien werden regelmäßig schon dort versteuert.
6. Rückbuchung einer Lastschrift die Frist von sechs Wochen ist nicht immer bindend
Verbraucherrecht aktuell:
Assessor Dominic Döring, Zorn Reich Wypchol, Rechtsanwälte in Sozietaet, informiert:
Gerade durch die Möglichkeiten des Internets werden zunehmend Lastschriftverfahren ausgelöst ohne jegliche Unterschrift. Sechs Wochen hat der Kunde einer Bank in der Regel Zeit sich eine nicht vereinbarte Lastschrift zurückbuchen zu lassen. Als Stichtag gilt der Tag des Rechnungsabschlusses der Bank. Ab da läuft die Frist. Die meisten Banken behaupten schlicht die Frist gelte in jedem Fall nur bis zu sechs Wochen nach dem Abbuchungsdatum. Das ist so nicht richtig!
Maßgeblich für den Bankkunden sind die AGBs (Allgemeine Geschäftsbedingungen der Bank) und damit das AGB-Recht. Dieses wiederum ist verbraucherfreundlich. Die teilweise vorgeschobene Frist ab dem Belastungsdatum gilt nur für den Geldtransfer zwischen den Banken (Interbank-Transfer). Der normale Rechnungsabschluss der Bank erfolgt quartalsweise oder monatlich. Er kommt entweder aus dem Auszugsdrucker der Bank, per Post nach Hause oder per Email oder Selbst-Ausdruck aus dem Internet-Banking Programm.
FAZIT
Der Kunde ist nur dann berechtigt, dem Einzug zu widersprechen, wenn er entweder keine Einzugsermächtigung erteilt hat oder Einwendungen gegen die Forderung erhebt. Liegt keiner dieser Gründe vor und widerspricht der Kunde dem Einzug trotzdem, macht er sich unter Umständen schadensersatzpflichtig. Gerade über das Internet werden aber häufig Lastschriftverfahren ausgelöst ohne Berechtigung. Nur ein Beispiel sind Spiele- und Online-Zugänge, die mit zufällig erworbenen Kontodaten widerrechtlich angelegt werden.
TIPP
Bankkunden sollten aus diesen Gründen ihre Kontoauszüge regelmäßig prüfen. Besonders fatal ist es, wenn Kontoauszüge einfach in den Müll oder ins Altpapier geworfen werden, ohne sie vorher zu schreddern. Werden Kontodaten in Papierform in großen Wohnhäusern direkt ins Altpapier in den Mülleimer direkt neben dem Briefkasten geworfen, kann dies besonders gefährlich werden.
7. Die Themen von Kapital & Steuern vertraulich im MAI
Monatsausgabe Mai
Die Mai - Ausgabe von Kapital & Steuern vertraulich beinhaltet praxisnahe und nutzwertige Recherchen und Berichte zu folgenden Themenbereichen:
Grenzüberschreitenden Steuerkonzepten gehört die Zukunft!
Internationales Steuerrecht - 5 Steuer-Fragen, die Sie bei der Gründung einer Auslands-Firma beachten müssen
Abgeltungssteuer und Werbungskosten - 4 Tipps, wie Ihre Kapitalanlage-Aufwendungen auch nach 2009 Ihre Steuern mindern
Erbschaftsteuer und Nießbrauch - Das neue Steuersparmodell für Ihre Immobilienübertragung
International Living - Leben in Spanien: Steuerliche Hintergründe, die Sie beachten müssen
Rechtsauskünfte - Kein Anwalt oder zu teuer? Schreiben Ihre Rechtsfrage einfach aus oder nutzen Sie unser Netzwerk!
Leserservice Email-Hotline, Telefonsprechstunde, Expertennetzwerk
Themenspezial Ausgabe II/2008 Britische Lebensversicherungsmäntel
Global versichern - Die britische Lebensversicherungen als Baustein für Vermögensaufbau und verwaltung
Kosten & Steuern - Lassen Sie Ihre Steuervorteile & Gewinne nicht unnötig durch Kosten schmälern
Steuerstrategie - So nutzen Sie die Lebensversicherung als Steuerschutz-Mantel für Ihren Sparplan
Deutschland vs. England - Der Vergleich der unterschiedlichen Lebensversicherungssysteme
Anbieter- und Anlageauswahl - So finden Sie Ihre britische Lebensversicherung
Anbieter - Übersicht: Britische und Irische Versicherungsgesellschaften
Die aktuellen Top-Bestseller: BÖRSE & GELD
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