39/2007 
INHALT E-Mail-Newsletter Nr. 39/2007  

 

Thema: Verleihung der Big Brother Awards 2007!

 

1. BigBrotherAwards - die Oscars für Datenkraken - für 2007 sind vergeben!

2. Abgeltungssteuer - Banken kennen dann auch Ihre Religionszugehörigkeit!

3. Steuererleichterung für engagierte Bürger und Stifter!

4. Steuerconflictcoach – Ein Expertenservice im Netzwerk von Kapital & Steuern vertraulich!

 

EDITORIAL
        

Sehr geehrter Leser, sehr geehrte Leserin,

aus aktuellem Anlass möchte ich einmal kurz auf das „Gerücht“ eingehen, dass die Übergangsfrist (Bestandsschutz) für die Abgeltungssteuer möglicherweise vom 31.12.2008 auf den 09. November 2007 vorverlegt wird. An diesem Tag wird das Gesetz im Bundesrat verabschiedet.

Ich habe ja relativ gute Kontakte in das Bundesfinanzministerium – wenn auch zugegebenermaßen ausschließlich zu Personen der CDU/CSU und das einzige was ich Ihnen sagen kann ist, dass in dieser Fraktion bei Verantwortlichen – die ich sehr gut kenne - derzeit nichts bekannt ist, bezüglich einer weiter dramatischen Verschlechterung der Anlageklassen Aktien oder Investmentfonds. Wie ich bereits berichtet habe in unserer Monatsausgabe 10/2007 werden jedoch die Vorteile für die Luxemburger Millionärsfonds zu diesem Datum eingeschränkt werden. Einer meiner „Informanten“ aus dem Bundesfinanzministerium, hält es jedoch für möglich, dass die Diskussion der Thematik durchaus auf einer höheren Ebene derzeit stattfindet und kurzfristig eingebracht wird.

Sie müssen sich also damit abfinden, dass eine Rechts- und Planungssicherheit für Sie als Anleger und Steuerzahler in Deutschland leider nur bedingt existiert. Für mich ist also am 09. November 2007 mit allem zu rechnen.

Einen Ratschlag sollten Sie dennoch beherzigen. Zeitdruck und Angst ist gerade im Anlagegeschäft meist ein denkbar schlechter Ratgeber für Entscheidungen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und um jeden Preis nun vor dem 09.11. Käufe oder Abschlüsse zu tätigen aus Angst vor einem Wegfall des Bestandsschutzes. Egal wie die Entscheidung ausfällt, es gibt auch weiterhin interessante Alternativen und ich werde Ihnen diese praxisnah aufzeigen in unserem monatlichen Printmagazin.

Ihr

Markus Miller

Chefredakteur „Kapital & Steuern vertraulich“

 

1. BigBrotherAwards - die Oscars für Datenkraken - für 2007 sind vergeben!

Nein - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat keinen BigBrotherAward erhalten! Er war Spitzenreiter bei den Nominierungen dieses Jahres, was zugleich zeigt: er braucht einfach keinen Preis mehr, um auf seine Taten aufmerksam zu machen. Denn er hat als Wiedergänger des Überwachungsstaates bereits höchstselbst die Bürger in Angst und Schrecken versetzt: in Angst um unseren demokratischen Rechtsstaat.

Im vollbesetzten Historischen Saal der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld kürte die Jury am Freitag  Abend dem 12.10.2007 die diesjährigen BigBrotherAward-Preisträger:

- Die Novartis Pharma GmbH für die Bespitzelung ihrer Arbeitnehmerinnen
  und Arbeitnehmer (Arbeitswelt)
 
- Generalbundesanwältin Monika Harms für die Antiterror-Maßnahmen gegen
  Gegner des G8-Gipfels, insbesondere für die Geruchsproben und die
  systematischen Briefkontrollen (Behörden und Verwaltung)
 
- Die Behörde für Bildung und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg für
  die Einrichtung eines Schülerzentralregisters mit den (Neben-)Zweck,
  ausländische Familien ohne Aufenthaltserlaubnis aufzuspüren (Regional)
 
- Der Bundesminister der Finanzen, Peer Steinbrück, für die Einführung
  einer lebenslangen Steuer-Identifikationsnummer für alle Einwohnerinnen
  und Einwohner der Bundesrepublick Deutschland (Politik)
 
- Die Bundesministerin der Justiz, Brigitte Zypries, für den Gesetzentwurf
  zur Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsverbindungsdaten
  (Kommunikation)
 
- Die PTV Planung Transport Verkehr AG für ihr System zur individuellen
  Berechnung der Kfz-Versicherung mittels eines Gerätes, das Fahrroute und
  Fahrverhalten aufzeichnet und an die Versicherung meldet (Technik)
 
- Die Deutsche Bahn AG, da sie systematisch anonymes Reisen faktisch
  unmöglich macht u.a. durch Videoüberwachung, Schalterschließungen,
  personalisierte Fahrkarten und einen versteckten RFID-Chip in der
  Bahncard 100 (Wirtschaft)
 
- Die internationalen Hotelketten Mariott, Hyatt, Intercontinental etc.
  für die Erfassung und zentrale Speicherung höchst persönlicher Daten
  ihrer Gäste ohne deren Wissen (Verbraucherschutz)

Eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung, alle Laudatiotexte,
Fotos und (in einigen Tagen auch einen Videomitschnitt) gibt es unter
www.bigbrotherawards.de

Bei der Abstimmung zum Publikumspreis wählten die Besucherinnen und
Besucher der BigBrotherAwards-Gala mit knappem Vorsprung
Generalbundesanwältin Monika Harms zum bösartigsten / fragwürdigsten
Preisträger. Interessanterweise verteilten sich Stimmen verteilten fast
gleichmäßig auf alle acht "Gewinner" -- ähnlich wie der Jury fiel
auch dem Publikum die Entscheidung schwer.

Die BigBrotherAwards sind vergeben - die Arbeit geht weiter. Auch Kapital & Steuern vertraulich wird an dieser Thematik weiter dranbleiben zum Schutz Ihrer Persönlichen Freiheit und Privatsphäre.

Die geplante Vorratsdatenspeicherung - Preisträger in der Kategorie
"Kommunikation" - ist nun schon seit über einem Jahr ein Schwerpunkt
der Arbeit einer eigens gegründeten Initiative. Das Gesetz soll nach Willen der Regierung innerhalb der nächsten Wochen vom Bundestag beschlossen werden. Doch der Widerstand gegen die Vorratsdatenspeicherung wächst auf allen Ebenen.

Im September gingen in Berlin bei der Demonstration "Freiheit
statt Angst" mehr als 15.000 Menschen auf die Straße, um gegen
Überwachung zu protestieren. 20.000 Bürgerinnen und Bürger haben
sich schon bereiterklärt, die Sammelklage vor dem
Bundesverfassungsgericht zu unterstützen.

Ich will Ihnen hierzu auch nochmals die absolut empfehlenswerten Bücher von Peter Schaar und Pär Ström ans Herz legen:

Das Ende der Privatsphäre

Die Überwachungsmafia – Das lukrative Geschäft mit unseren Daten

                  

2. Abgeltungssteuer - Banken kennen dann auch Ihre Religionszugehörigkeit!

Ab 2009 wird die neue Abgeltungssteuer eingeführt, die dann Zinsen, Dividenden und private Veräußerungsgewinne auf Wertpapiere (nicht Immobilien) mit 25 Prozent besteuert. Diese Steuer wird dann pauschal von den Banken direkt an das Finanzamt überwiesen. Die Angaben über Kapitalerträge entfallen damit. Soweit so gut, was ist aber mit der auf Kapitalerträge anfallenden Kirchensteuer? Wie kann hier aufgrund einer Pauschale eine richtige Zuordnung zu den einzelnen Religionsgemeinschaften getroffen werden. Hier kommt dann der Datenschutz von persönlichen Daten wieder zum Tragen, denn wie können die Finanzinstitute von der Religionszugehörigkeit Ihrer Kunden wissen, wenn diese Ihrer Bank nicht von selbst mitteilen. Hier plant das Bundesfinanzministerium folgenden Weg.

Entweder gibt der Steuerpflichtige seine Religionszugehörigkeit selbst bei seinem Kreditinstitut an, die dann die Kirchensteuer für ihn erhebt und in der Höhe für die jeweilige Kirche bestimmt. Oder er informiert das Finanzamt, in welcher Höhe Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge für ihn erhoben wurden, sodass das Finanzamt die Steuer festsetzen kann. Da hier der Steuerpflichtige selbst freiwillig tätig werden muss um seine vertraulichen Daten weiterzugeben, ist für die Übermittlung dem Datenschutz hier noch genüge getan, so auch die Meinung der Datenschutz-Agentur.

 

Anders jedoch sieht es bei der Planung des Bundesfinanzministeriums aus. Hier soll beim Bundeszentralamt für Steuern eine gesonderte Datenbank eingerichtet werden, wo die Betroffenen Kreditinstitute eine Abfrage starten können, ob Ihre Kunden einer Konfession angehören. Hier stellt sich nun aber die Frage, woher die Angaben zur Konfession kommen soll und wie die Übermittlung technisch von statten geht. Hier konnte die Datenschutz-Agentur auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums keine Informationen finden.

Fazit

Interessanterweise werden beispielsweise genau diese Daten ja in der neuen Zentraldatenbank „Elena“ gespeichert (Kapital & Steuern vertraulich berichtete bereits darüber), von der aus eine Übermittlung in die angekündigte Sonderdatenbank möglich wäre. Dies jedoch wäre aus datenschutzrechtlicher Hinsicht nicht vereinbar.  Schade, dass man hierzu von den öffentlichen Datenschützern wenig Kritik oder öffentliche Nachfragen lesen kann. Denn genau diese Institutionen sollten doch unser Recht auf Datenschutz bewahren. Die Datenschutz Agentur empfiehlt jedem Bankkunden, seinem Kreditinstitut die Abfrage und Weitergabe von persönlichen Daten im Zuge der Abgeltungssteuer ausdrücklich zu untersagen, wenn dies nicht auf freiwilliger Basis, in einem offen gelegten Verfahren geschieht.

 

3. Steuererleichterung für engagierte Bürger und Stifter!

Wie „Kapital & Steuern vertraulich“ in Ausgabe 06/2007 ausführlich berichtete hat der Bundesrat mittlerweile dem Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerlichen Engagements zugestimmt. Durch umfangreiche Steuererleichterungen wird das Engagement der rund 23 Millionen ehrenamtlich Tätigen, Stifter und Spender in Deutschland weiter gefördert.

Das Gesetz erhöht unter anderem den Übungsleiterfreibetrag von bisher 1.848 Euro auf 2.100 Euro. Für Einnahmen aus allen nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich wird ein allgemeiner Freibetrag in Höhe von 500 Euro eingeführt.

Auf Empfehlung des Bundesrates wurde zudem die Höchstgrenze für die zusätzliche steuerliche Begünstigung von Spenden in den Vermögensstock von Stiftungen auf eine Million Euro angehoben (vorher 307.000 Euro). Weiterhin setzte sich der Bundesrat erfolgreich dafür ein, dass Bareinzahlungsbelege oder Buchungsbestätigungen eines Kreditinstitutes künftig als Nachweise für Zuwendungen bis zu einer Höhe von 200 Euro (vorher 100 Euro) genügen. Dies bedeutet vor allem für Vereine eine erhebliche bürokratische Entlastung.

Fazit

Der größte Teil des Gesetzes tritt rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft. Die davon betroffenen Steuererleichterungen können also schon für das laufende Jahr geltend gemacht werden.

 

4. Steuerconflictcoach – Ein Expertenservice im Netzwerk von Kapital & Steuern vertraulich!

Zu den klaren Feindbildern vieler Steuerpflichtiger gehört der Finanzbeamte: Er macht dem Steuerbürger unnötig das Leben schwer und ist Stellvertreter des nimmersatten Staats. Im alltäglichen Kontakt mit der Steuerbehörde sind derlei Klischees aber wenig hilfreich. Kommt es gar zum Streit über die jüngste Steuererklärung, dann sind emotionsgeladene Vorurteile ein großes Hindernis. Der Steuerberater als Vertreter des Steuerbürgers ist hier mitunter überfordert. Unser Kooperationspartner Mathias Paul Weber stellt im Interview mit Kapital & Steuern vertraulich, seinen Lösungsansatz für solche Situationen vor.

Markus Miller: Was kann man unter einem SteuerConflictCoach verstehen?

Weber: Der SteuerConflictCoach tritt in angespannten Situationen zwischen Steuerzahler und Finanzamt auf. Er ist eine Art „Facharzt für Steuerkonflikte“ und unterstützt Steuerbürger und Steuerberater gleichermaßen. Er hilft bei der Lösung fachlicher und persönlicher Konflikte mit dem Finanzamt. Sein Ziel ist die Entspannung der Konfliktsituation zwischen Steuerzahler auf der einen und der Finanzverwaltung auf der anderen Seite. Er zielt auf Win-Win-Situationen, also eine Lösung die den Interessen beider Seiten gerecht wird und alle Beteiligten das Gesicht wahren lässt. Dabei ist er natürlich klar auf der Seite des Steuerzahlers, der ihn schließlich beauftragt und bezahlt.

Markus Miller: Wie sind Sie auf diese Bezeichnung gekommen?

Weber: Schon in meiner Ausbildungszeit im Finanzamt, dann in der Tätigkeit in der Oberfinanzdirektion und schließlich in mehr als dreizehn Jahren Erfahrung als Steuerberater ist mir immer wieder aufgefallen, welch große Kluft es zwischen Finanzamt und Steuerzahlern gibt. An der „Steuerfront“ wird zuweilen verbissen gekämpft. Dabei ist das gar nicht erforderlich. Steuerzahler und Finanzbeamte sitzen im selben Boot. Sie beide haben mit dem immer komplizierter werdenden Steuerrecht zukämpfen. Und: über die Finanzbeamten gibt es eine Menge Klischees: Sie seien nicht ausgelastet, überbezahlt, mürrisch und unfreundlich. Die Wahrheit jedoch ist: Ihre Arbeitsbelastung steigt ständig an, das Gehalt wird gekürzt und der Druck von Vorgesetzten und Steuerzahlern nimmt zu. Das Thema Geld und insbesondere der Bereich Steuern sind sehr emotional besetzt; hier liegen schnell die Nerven blank. Um wirksam helfen zu können, ist steuerliches Fachwissen auf dem neuesten Stand zwar wichtig aber allein nicht ausreichend. Es braucht ebenfalls psychologisches Vorgehen. Mein Anliegen ist es, durch Kontakt, gegebenenfalls Coaching, mit den Beteiligten, Konflikte zu lösen, möglichst auch zu vermeiden. Durch die sinnlosen Auseinandersetzungen gehen zu viel Zeit, Geld und Energie verloren – auf beiden Seiten. Diese Ressourcen lassen sich viel sinnvoller einsetzen, besonders für die Steuerzahler.

Markus Miller: Was unterscheidet Sie von einem „herkömmlichen“ Steuerberater?

Weber: Der klassische Steuerberater ist vergleichbar mit einem Hausarzt. Er ist Vertrauensperson und erster Ansprechpartner für den Steuerbürger. Durch das immer komplizierter werdende Steuerrecht und die angrenzenden Rechtsgebiete wie beispielsweise die Sozialversicherung wird der zu beherrschende Stoff immer umfangreicher. Der Steuerberater kann sich schon aus Zeitgründen gar nicht mehr um jeden Spezialfall kümmern. Dies führt häufig dazu, dass er zum Generalist wird, also in vielen Bereichen zwar einen Überblick hat, die Wissenstiefe im Einzelfall aber nicht sehr ausgeprägt sein kann. In Konfliktsituationen werden dann häufig nur steuerfachliche Ansätze gebracht, der persönliche Aspekt im Umgang mit den Finanzbeamten bleibt meistens außer Acht. Aus meiner jahrelangen Tätigkeit in der Finanzverwaltung kenne ich die Denk- und Vorgehensweise der Beamten und kann mich in ihre Lage sehr gut hineinversetzen. So treffe ich in den meisten Fällen den richtigen Ton und schaffe die Basis für eine Bereinigung der Angelegenheit. Bei den Steuerberatern sehe ich die dringende Notwendigkeit, sich zu spezialisieren. Dadurch kann sich der einzelne auf seine Stärken fokussieren, der Themenkreis bleibt überschaubar und die Professionalität und damit die Qualität steigt an – zum Wohl des Mandanten, der eine fachlich exzellente Leistung erhält – und zum Wohl des Steuerberaters, der durch die Konzentration auf ein schmaleres Spektrum die Rentabilität seiner Kanzlei erhöht. Die Ärzteschaft sowie die Anwälte praktizieren die Spezialisierung seit Jahrzehnten mit großem Erfolg.  

Markus Miller: Lassen Sie uns einmal bei der Berufsgruppe der Ärzte bleiben. Zahnärzte beispielsweise arbeiten in aller Regel bereits mit einem Steuerberater zusammen. Wenn es denn zum Konflikt mit dem Finanzamt kommt – welche zusätzliche Dienstleistung zum Steuerberater bieten Sie an?

Weber: Mit meiner Arbeit unterstütze ich den Steuerberater in bestimmten Bereichen, die ihn fachlich und/oder zeitlich überfordern. Gerade in Konfliktsituationen – sei es ein bestimmtes steuerliches Thema oder die nicht stimmende „Chemie“ mit den Finanzbeamten – wirkt das Einschalten eines neutralen Dritten entspannend und deeskalierend. So bekommen der Zahnarzt sowie sein Steuerberater Unterstützung in schwierigen Zeiten mit dem Ziel, das Problem gemeinsam zu bewältigen und das Verhältnis zum Finanzamt auf eine dauerhaft tragfähige Grundlage zu stellen.

Markus Miller: Wo liegt Ihrer Erfahrung nach das größte Konfliktpotenzial im Zusammenspiel zwischen Zahnarzt und Finanzamt?

Weber: In fachlicher Hinsicht gibt es eine Reihe von Themen, die immer wieder zu Streit mit dem Finanzamt führen. Hierbei seien genannt: Fortbildungsreisen und Kongresse (insbesondere im Ausland), die Privatnutzung von PKW, Anerkennung von Ansparabschreibungen, die Höhe von Steuernach- und -vorauszahlungen sowie Fragen der Fälligkeit. Als besonders gravierenden Punkt sehe ich das recht schwach ausgeprägte gegenseitige Verständnis füreinander. So ist für den Zahnarzt der Finanzbeamte ein Handlanger des nimmersatten Staates, der es nur auf das mühsam verdiente Geld der Steuerzahler abgesehen hat. Für so manchen Finanzbeamten sind Zahnärzte eine Berufsgruppe, die die Lizenz zum Gelddrucken hat. Ein Vergleich der eigenen Gehaltsabrechnung mit dem Gewinn des Zahnarztes tut sein Übriges. So herrschen auf beiden Seiten Klischees, die ein besseres Miteinander erheblich behindern. Es gibt also noch viel zu tun.

Info über unseren Experten Mathias Paul Weber:

Der ausgebildete Steuerinspektor und Diplom-Finanzwirt ist seit 1994 als Steuerberater tätig. Nach sechsjähriger selbständiger Tätigkeit in Leipzig führt er seit 2002 seine eigene Steuer-kanzlei im hessischen Angelburg. Seit 2005 bietet er zudem seine Dienste als SteuerConflict-Coach an. Zusätzlich gibt er bei Vorträgen und Workshops Ratschläge zum konfliktfreien Umgang mit dem Finanzamt. Kontakt: www.steuerconflictcoach.de. Einen ersten Fachbeitrag von Herrn Weber zum Thema „Kontenpfändung und wie Sie darauf reagieren sollten“ finden Sie in der Kapital & Steuern vertraulich Monatsausgabe 09/2007. Diese steht Ihnen auch als Download im Online-Archiv unter www.kapital-und-steuern.de zur Verfügung.

 
38/2007  
INHALT E-Mail-Newsletter Nr. 38/2007  

 

Thema: Die Karibik Europas – Gibraltar Fondslösungen!

 

1. Expertenstudie: Mehrwert von Zertifikaten in der Praxis!

2. Oberfinanzdirektion überwacht Schneeballsystem im Internet!

3. Exclusives Gibraltar-Fonds Seminar in München!

4. Die größten Gefahren für die private Kapitalanlage: Was Anlegern wirklich Angst macht!

 

EDITORIAL
        

Sehr geehrter Leser, sehr geehrte Leserin,

Internationale Finanzkonzerne oder Institutionelle Fonds agieren seit Langem losgelöst von nationalen Interessen oder Restriktionen. Mittlerweile steigt die grenzüberschreitende Mobilität des Kapitals zunehmend auch durch Privatinvestoren an und verstärkt den weltweiten Standortwettbewerb zwischen internationalen Finanzzentren.

Die Schweiz beispielsweise als internationaler Bankplatz konkurriert heute mit Asien und dort mit Hong Kong, Labuan (Malaysia) oder Singapur. Und auch Süd- und Mittelamerika ist mit Uruguay, Paraguay und Panama nicht nur für Schiffseigner interessant. Die Karibik mit den Bahamas und den British Virgin Islands nicht nur für Touristen. Die aufstrebenden Regionen im Mittleren Osten wie Abu Dhabi, Bahrein oder Dubai locken nicht mehr nur Finanzabenteurer an, sondern sind mittlerweile alternative Bankplätze mit hoher Attraktivität auch für Privatinvestoren.

Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt – noch - so nah?

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich fast schon gebetsmühlenartig wiederhole: Ich kann nur nochmals davor warnen im Zuge der Einführung der Abgeltungssteuer Modelle zu wählen, welche einen in die Illegalität treiben, wenn es im Gegenzug – zwar komplexe – aber attraktive Alternativen gibt. Ich bekomme immer wieder Zuschriften von Lesern, welchen Modelle von Auslandsbanken oder Vermögensverwaltern angeboten werden, gerade auch als Antwort auf die Abgeltungssteuer. Bei einigen dieser Modelle von Liechtensteinischen Stiftungen bis zu Billigfirmen in Panama oder der Karibik müssen Sie sich bewusst sein, dass Sie mit steuerlichem Hauptwohnsitz in Deutschland in der Regel keinerlei legale Vorteile haben und unter Umständen enorme Risiken mit weit reichenden Folgen eingehen, sowohl steuerrechtlich als auch strafrechtlich. Eine dieser attraktiven Alternativen sind beispielsweise Strukturen über den Bankplatz Gibraltar und hier haben wir für Sie als Leser von „Kapital & Steuern vertraulich“ über unser Expertennetzwerk attraktive Möglichkeiten.

Halten Sie sich an meine Devise „Das Steuern ist wichtiger als die Steuern“, hinterfragen Sie Angebote kritisch und holen Sie sich mehrere Meinungen – gerade auch in Abstimmung mit Ihrem Steuerberater – ein!       

Ihr

Markus Miller

Chefredakteur „Kapital & Steuern vertraulich“

 

1. Expertenstudie: Mehrwerts von Zertifikaten in der Praxis!

Aufgrund der zunehmenden Popularität von Zertifikaten und Dachzertifikatefonds und den hohen Zuflüssen in diese Anlagegattung kamen in letzter Zeit vermehrt neben Produktvorstellungen auch kritische Kommentare und Vergleiche zu dieser Anlageklasse auf.

Vielfach wurden in Presseberichten Anlagestrategien, Zertifikate und Zertifikate-Fonds undifferenziert lediglich anhand von Performancekennzahlen verglichen. Dabei wurden zudem häufig sehr kurze Betrachtungszeiträume gewählt. Dies führte dazu, dass die zugrundeliegenden Anlagestrategien bzw. die unterschiedlichen Chance-Risiko-Verhältnisse der Konzepte oft ohne Berücksichtigung blieben.

Eine Untersuchung der Banken- und Emittentenunabhängigen Independent Derivatives Consulting AG (IDC) soll nun versuchen das Manko rein performanceorientierter Analysen zu beheben und mittels einer differenzierten Analyse der Dachlösungen, unter Berücksichtigung der Anlagestrategie, den möglichen Mehrwert von aktivem Portfoliomanagement mit Derivaten aufzeigen, und die von den verschiedenen Fonds- und Dachzertifikatemanagern erbrachten Leistungen zu überprüfen.

Fazit

Aus meiner Sicht ist diese Studie eine fundierte, qualitativ hochwertige und absolut neutrale Analyse der Zertifikatebranche. Der IDC AG mit Ihren beiden Vorständen Adolf Ropeter und Gordian Weber ist es hier gelungen im „Marketingwirrwarr“ der Zertifikateindustrie - welche ansonsten von Gefälligkeitsstudien für Banken und Emittenten nur so wimmelt – ein nüchternes und sachliches Ausrufezeichen zu setzen!

Die absolut empfehlenswerte Studie finden Sie zum kostenlosen Download unter folgendem Link:

Analyse des Mehrwerts von Zertifikatenkonzepten in der Praxis

 

2. Oberfinanzdirektion überwacht Schneeballsystem im Internet!

Auf Internetseiten mit den viel versprechenden Namen „Geldsack“, „endlich-sorgenfrei“, „immer-volle-geldboerse“ oder „geldfueruns“ und Ähnlichem wird Internet-Anwendern derzeit das große und schnell verdiente Geld ohne großen Aufwand versprochen.


Hierbei handelt es sich um eine weitere Version eines Schneeballsystems (Kettenbriefs), das wie seine Vorgänger, in erster Linie die Initiatoren bereichern, aber die große Masse der Teilnehmer mit den eingesetzten Geldbeträgen hauptsächlich belasten wird.

Das im Internet kursierende System klingt dabei sehr verlockend. Mit nur 7 x 5 Euro Einsatz für den Erwerb von sieben elektronisch übermittelten Internetanleitungen könnten durch die schnelle weltweite Verbreitung im Internet viele Neukunden geworben und ein rasantes Vorrücken in der Pyramidenhierarchie erreicht werden. So wird vorgerechnet, dass man bei jeweils immer nur fünf neuen Kunden auf der siebten Ebene von fast 100.000 Teilnehmer knapp 500.000 € bekommen würde.

Achtung! – Den letzten beißen die Hunde und auch die Finanzämter schlafen nicht!

Die Finanzämter überwachen mittlerweile Internetaktivitäten genauestens. So beobachtet die bei der Oberfinanzdirektion Koblenz eingerichtete Stabsstelle Steueraufsicht aufmerksam die unterschiedlichsten Aktivitäten im Internet. Auch dieses Schneeballsystem wird analysiert und ausgewertet.
Vorteil für die Beamten: Alle Teilnehmer sind im Internet namentlich und mit Adresse aufgeführt und können so von der Finanzbehörde leicht registriert werden. Sie sollten sich generell nicht an derartigen „Glücksspielen“ beteiligen, da die Seriosität und Nachhaltigkeit stark zu bezweifeln ist. Des weiteren sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie durch zunehmende Überwachungsmaßnahmen – und in diesem Fall befürworte ich sogar die Überwachung – ungewollt auf sich aufmerksam machen und Gefahr laufen, schlafende Hunde zu wecken!

 

3. Exclusives Gibraltar-Fonds Seminar in München!

Gibraltar ist eine europäische parlamentarische Demokratie innerhalb der Europäischen Union was ihr erlaubt von den Dienstleistungsfreiheitsrichtlinien in Bezug auf Bank-, Versicherungs-, Anlage-, Versicherungsvermittlung und in Kürze auch Rückversicherungen zu profitieren. In Gibraltar lizenzierte Finanzdienstleistungsunternehmen haben demzufolge Zugang zu einem Markt von über 450 Millionen Kunden.

In den Ausgaben 09 und 10/2007 von Kapital & Steuern vertraulich haben wir Ihnen die Möglichkeiten des Finanzplatzes Gibraltar - explizit auch in Bezug auf Fondsgründungen - ausführlich vorgestellt. Die beiden Ausgaben finden Sie im Downloadbereich unter www.kapital-und-steuern.de

Die Regierung von Gibraltar, in Zusammenarbeit mit der lokalen Finanzindustrie, wird ein Fondsseminar in München abhalten, fokussiert auf die Möglichkeiten, die das internationale Finanzzentrum Gibraltar anzubieten hat, mit besonderem Augenmerk auf den schnell wachsenden Fondssektor. Die Teilnahme zu diesem Event erfolgt ausschließlich auf persönliche Einladung. Von Kapital & Steuern vertraulich steht uns seitens unserer Netzwerkpartner ein Kartenkontingent zur Verfügung, welches wir kostenlos an Leser von Kapital & Steuern vertraulich weiterreichen.

Das Seminar findet am 19. November 2007 im Hotel Bayerischer Hof in München statt. Eine Anmeldung können Sie unter Angabe Ihrer Abo-Nummer von Kapital & Steuern vertraulich an die Redaktionsadresse richten: redaktion@kapital-und-steuern.de . Bitte beachten Sie auch dass die Vorträge der Regierungsvertreter auf Englisch statt finden!

Bitte geben Sie auch Ihren Namen, Titel, ggf. Name Ihrer Firma/Gesellschaft für die Sie arbeiten, Adresse, sowie jeweilige Diätwünsche (z.B. vegetarisch, kosher, etc.) an!

Das Programm:

09:00 – 09:30    Ankunft, Registrierung, Erfrischungs-/Willkommensgetränke

09:30 – 09:50    Willkommenswünsche, einleitende Worte / Möglichkeiten des internationalen Finanzplatzes Gibraltar Redner: James Tipping, Direktor des Finanzzentrums Gibraltar

09:50 – 10:10    Rechtliche Rahmenbedingungen für Fonds in Gibraltar Redner: Marcus Killick, CEO, Gibraltar Financial Services Commission

10:10 – 10:30    Capital Investition – Warum Gibraltar? Redner: Laurence Everit, Business Development Director, Capital Financial Group 

10:30 – 10:50    Einblick in die Fondsvermögensverwahrung und Wertschriftenhandelsdienste aus Gibraltar Redner: Carlos M. Martins, Relationship Manager, Private Banking, Credit Suisse

10:50  - 11:10    Morgenpause & Erfrischungen

11:10  - 11:30    Errichtung eines Vermögensverwalters in Gibraltar Redner: Doris Violette Andres-Lüscher, CIO, SBI swissBest Invest  AG

11:30 – 11.50    Errichtung eines Gibraltar Experienced Investor Fonds – aus der Sicht eines Anwalts Redner: Robert Koller, Teilhaber, Fondsteam, Hassans

11:50 – 12:10     Errichtung eines Gibraltar Experienced Investor Fonds – ein Praxisfall Redner: Liz Quinn, Direktorin, Quest Fund Administration Ltd.

12:10 – 12:30     Aktuelle Steuergesetzentwicklungen in Deutschland und dessen Einfluss auf Gibraltar Fonds Redner: Dr. Marcus Oliver Mick, Partner, Flick Gocke Schaumburg

12:30 – 12:50    Podiumsgespräch, Fragen & Antworten. Moderator: Albert Isola, Partner, Isola & Isola

12:50 – 14:00    Büffet Mittagessen

 

4. Die größten Gefahren für die private Kapitalanlage: Was Anlegern wirklich Angst macht!

Die Gefahren durch Terrorismus sind eines der zentralen Themen, das seit Wochen die politische Debatte und die Schlagzeilen in den Medien bestimmt. Aus Sicht von Kapitalanlegern stellen andere Einflüsse und Faktoren allerdings ein viel größeres Bedrohungspotenzial dar. Ganz vorn rangieren Befürchtungen, schlecht beraten zu werden. So das Ergebnis einer aktuellen Erhebung, für die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Haspa 150 Hamburger Spitzenverdiener mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von mehr als 6.000 Euro befragen ließ. Welches sind die größten Risikofaktoren für die private Kapitalanlage, so lautete die Frage an die Einkommens-Elite.

Das Ergebnis:  

- Schlechte Finanzberatung                                                    80%

- Krisen an den internationalen Finanzmärkten                  76%

- Arbeitslosigkeit                                                                        68%   

- Massiv steigende Energiepreise                                           60%

- Scheidung                                                                                  58%

- Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich                          53%

- Politische Spannungen                                                            50%

- Terrorismus                                                                               41%

- Klimawandel                                                                              37%

- Kriminalität                                                                                32%

 

FAZIT

Wie die Prozentzahlen belegen, ist das Risikobewusstsein der Spitzenverdiener generell stark ausgeprägt. Das kommt auch im Anlageverhalten zum Ausdruck: Mehr als jeder dritte Befragte (36%) will bei seinen Kapitalanlagen keinerlei Verlustrisiken eingehen und absolut sicherheitsorientiert investieren. 55% halten zwar Ausschau nach attraktiven Renditen, sind bei ihren Anlagen aber bestrebt, die Verlust-Risiken einzugrenzen. Lediglich 7% investieren auch spekulativ und nehmen für die Aussicht auf sehr hohe Renditen größere Verlust-Risiken in Kauf.

LITERATUR

Schlechte Finanzberatung ist gerade bei Banken oftmals auch Systembedingt. Diese Thematik ist ja auch eines meiner Lieblingsthemen und Sie können sich schon auf den neuen ELITE Report 2008 – Die Elite der Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum freuen, welcher ab Ende November erhältlich sein wird und über den wir bei Kapital & Steuern vertraulich natürlich berichten werden.

Gerade der Spesenwucher in der legalen Grauzone ist ein großes Problem für Sie als Privatanleger und hier möchte ich Ihnen einmal weiterführende Literaturtipps zu dieser Thematik geben:

1. Gauner, Haie, Dilettanten

2. Die Abzocker. Ein Finanzberater packt aus

3. Mich legt keiner mehr rein. Wie Sie Schwindel und Finanztricks durchschauen

   

37/2007 
INHALT E-Mail-Newsletter Nr. 36/2007 
 

Thema: Zukunftsstrategie für den Finanzplatz Schweiz!

 

1. Vision 2015 – Finanzplatz Schweiz unter den Top 3 weltweit!

2. Finanzplanung - Deutsche planen ihre Finanzen oft ohne die Bank!

3. Neues Gesetz über den Versicherungsvertrag tritt 2008 in Kraft!

4. Kaum Inflation? – Wie die Preise wirklich gestiegen sind!

        

 

EDITORIAL
        

Sehr geehrter Leser, sehr geehrte Leserin,

Politische Stabilität, Weltoffenheit und die Wahrung der Privatsphäre tragen bedeutend dazu bei, dass der Schweizer Finanzplatz seit Jahrhunderten als erste Qualitätsadresse für Vermögen aus aller Welt gilt. Gerade das seit 1936 unveränderte Bankgeheimnis ist der Exportschlager Nr. 1.

Doch mittlerweile müssen sich auch Banken in der Schweiz zunehmend eigenen Regulierungen sowie Harmonisierungsvorhaben der internationalen

Finanzgemeinde unterwerfen – mit teilweise weit reichenden Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Banken und des Finanzplatzes Schweiz.

Die Globalisierung der Märkte hat dazu geführt, dass die  traditionellen Stärken der Schweiz und ihrer Banken inzwischen auch von anderen Finanzplätzen – beispielsweise in erster Linie Singapur - geboten werden können. Zwischen Tradition und Globalisierung versucht der Finanzplatz Schweiz nun eine neue Standortbestimmung. Das Ziel ist es, der sinkenden Bedeutung des Finanzplatzes Schweiz Einhalt zu gebieten und durch attraktive Rahmenbedingungen Platz für neues Wachstum zu schaffen.

Die Pläne wie die Eidgenossen dies erreichen wollen sind aus meiner Sicht überaus ambitioniert. Ich persönlich glaube zwar dass Schweizer Banken weiter wachsen und attraktiv bleiben, aber der Markt für das Hauptwachstum dürften zukünftig in Asien, dem Mittleren Osten oder in Südamerika zu finden sein, schließlich sind große Schweizer Banken wie die UBS oder die Credit Suisse auch dort bestens aufgestellt. 

Ich wünsche Ihnen viel Informationsgehalt bei der Lektüre!

Ihr

Markus Miller

Chefredakteur „Kapital & Steuern vertraulich“

 

P.S. Neu im Downloadbereich unter www.kapital-und-steuern.de finden Sie eine Sonderveröffenlichung der Investoren Akademie “Alles was Sie über die Abgeltungssteuer wissen müssen! - ein Seminar mit Markus Miller” als PDF für Sie zum herunterladen. 

 

1. Vision 2015 – Finanzplatz Schweiz unter den Top 3 weltweit!

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg), der Schweizerische Versicherungsverband (SVV), die Swiss Funds Association (SFA) und die Finanzplatz-Infrastruktur (SWX Group, SIS Group und Telekurs Group) haben als wichtigste Vertreter des Finanzplatzes Schweiz erstmals eine gemeinsame Zukunftsstrategie erarbeitet. Auf der Basis der heute starken Position verfolgt der Finanzplatz das Ziel, im internationalen Geschäft global unter die Top 3 vorzustossen.

Mit dem anvisierten Wachstum würden – bei einer erfolgreichen Umsetzung der Finanzplatzstrategie und je nach wirtschaftlicher Entwicklung – zwischen 40'000 und 80'000 neue Arbeitsplätze geschaffen sowie zwischen CHF 11 Mrd. und 17 Mrd. zusätzliche neue Steuereinnahmen generiert. Um dies zu erreichen, wurden für einzelne Geschäftsfelder konkrete Maßnahmen im steuerlichen, regulatorischen und institutionellen Bereich formuliert, die in die politische Diskussion eingebracht werden.

Der Finanzsektor ist mit einem Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) von knapp 15% und an den gesamten Steuereinnahmen von 16% der bedeutendste Wirtschaftssektor der Schweiz. Er bietet rund 200'000 qualifizierte Arbeitsplätze, was 5% aller Beschäftigten in der Schweiz entspricht. Der Finanzplatz trägt damit entscheidend zum Wohlstand in unserem Land bei. Dieser Erfolg ist aber in der Zukunft nicht garantiert. Der internationale Wettbewerb unter den Finanzplätzen nimmt stark zu und wird heute global und nicht mehr rein regional oder national geführt. Obwohl immer noch bedeutend, hat der Schweizer Finanzplatz in den letzten Jahren gegenüber seinen Konkurrenten an Boden eingebüsst. Er nimmt in Bezug auf das Wachstum international nur noch den sechsten Rang ein gegenüber Platz 2 in den 1980er-Jahren.

Aktuelle Trends, wie die Konvergenz von verschiedenen Finanzdienstleistungen oder die steigende Mobilität von Arbeitsplätzen und Kapital, bieten Chancen und Risiken und zwingen die Finanzplätze, sich dem veränderten Umfeld anzupassen. Die genannten Schweizer Vereinigungen haben als wichtigste Vertreter des Finanzplatzes die Herausforderung angenommen und erstmals eine gemeinsame Zukunftsstrategie erarbeitet, die als klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Schweiz verstanden werden soll. Der Finanzplatz Schweiz setzt darin das Ziel, sich bis ins Jahr 2015 im internationalen Geschäft global unter den Top 3 zu etablieren.

Um dieses angestrebte Ziel zu erreichen, soll der Wertbeitrag zum BIP vom Finanzplatz bis 2015 jährlich nominal mindestens zwischen 7% und 9% wachsen, was etwa den bisherigen Wachstumsraten von London oder New York entspricht. Von diesem Wachstumsschub würde die Schweiz - bei einer erfolgreichen Umsetzung der Finanzplatzstrategie und je nach wirtschaftlicher Entwicklung - direkt profitieren, indem sich der Beitrag zum Bruttoinlandprodukt (BIP) um CHF 70 Mrd. verdoppelt, die Zahl der Beschäftigten sich um rund 40'000 bis 80’000 erhöht und der Netto-Steuerbeitrag um etwa CHF 11 Mrd. bis 17 Mrd. zunimmt.

Diese ambitionierten Ziele erfordern selbstverständlich weiterhin gutes unternehmerisches Handeln der Finanzplatzteilnehmer. Ebenso wichtig aber sind im internationalen Vergleich optimale Rahmenbedingungen. Zu diesem Zweck wurden zukunftsträchtige Geschäftsfelder vertieft analysiert und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Schweiz identifiziert. Konkret lassen sich die Erfordernisse wie folgt zusammenfassen:

  • Top-Destination für Ausbildung und Forschung: Etablierung einer Top-Destination für Forschung und Ausbildung im Bereich Finanzen mit der Weiterentwicklung lancierter Initiativen wie dem Swiss Finance Institute und dem Institut für Versicherungswirtschaft der HSG

  • Effiziente und marktorientierte Regulierung und Aufsicht: Stärkung von Selbstregulierung und prinzipienbasierter Regulierung sowie Aufbau einer risikobasierten Überwachung. Sicherstellung einer transparenten und fairen Aufsicht über Geschäftsbereiche hinweg

  • Zusammenarbeit von Industrie, Behörden und Politik: Enge Zusammenarbeit von Finanzindustrie, Behörden und Politik zur nachhaltigen Stärkung des Finanzplatzes in den Bereichen Regulierung, Aufsicht und Steuern

  • International attraktives Steuerumfeld: International konkurrenzfähige Besteuerung, insbesondere in Wachstumsbereichen (z.B. Alternative Anlageindustrie) sowie sukzessive Aufhebung der Stempelabgaben durch jährliche Satzsenkungen

  • Führende Finanzplatzinfrastruktur: Unterstützung des Finanzplatzes durch eine in Qualität, Kosteneffizienz und Innovation führende Infrastruktur

Fazit

Mit den präsentierten Eckwerten einer gemeinsamen Strategie und Vision kann der Finanzplatz Schweiz aus einer Position der Stärke die Weichen richtig stellen, damit sich die internationale Wertschöpfung erhöht, weiteres Wachstum und Wertschöpfung in der Schweiz generiert werden und der Finanzplatz Schweiz auch künftig einen signifikanten Beitrag zur Gesamtwirtschaft leisten kann. Aus meiner Sicht ist es aber zwingend erforderlich für den Erfolg dieser Vision, dass das Bankkundengeheimnis als „Exportschlager“ des Finanzplatzes Schweiz auch weiterhin uneingeschränkt Bestand hat.

 

2. Finanzplanung - Deutsche planen ihre Finanzen oft ohne die Bank!

Die Studie Kundenmonitor Banken 2007 untersucht Schwerpunktthema Finanzplanung

Die moderne Arbeitswelt mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen, erzwungenen beruflichen Umorientierungen und Phasen der Erwerbslosigkeit erhöhen das Risiko von "Diskontinuitäten" und "Brüchen" in der Erwerbsbiographie. Gleichzeitig werden diese immer weniger sozial abgefedert. Eine - ebenso frühzeitige wie regelmäßige - private Finanzplanung gilt daher heute als "Muss".

Wie aber sieht die diesbezügliche Realität in Deutschland aus?

Bisher hat erst gut jeder zweite Bundesbürger (57%) zusammen mit seiner Bank oder einem anderen Finanzdienstleister schon einmal eine umfassende Finanzplanung durchgeführt. Und lediglich 29 Prozent haben sich bislang mehr als nur einmal ausführlich zu ihrer aktuellen und zukünftigen finanziellen Situation beraten lassen; ebenso wenige Bankkunden erwarten von ihrer Bank ausdrücklich, dass diese alle fünf Jahre eine Finanzplanung mit ihnen durchführt. Die Hälfte der Deutschen (52%) plant ihre Finanzen hingegen am liebsten selbst und lässt sich dabei auch von niemandem reinreden. Die Bereitschaft, für eine objektive Finanzplanung eine Beratungsgebühr zu bezahlen ist zudem gering.

Dies zeigt der aktuelle "Kundenmonitor Banken 2007" des Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG zum Schwerpunkthema "Finanzplanung". 3.000 Privatkunden zwischen 18 und 69 Jahren wurden im Juli/August repräsentativ zu ihrem Finanzverhalten und ihrer Finanzmentalität befragt.

Finanzplanung ist ein hochsensibles Thema

Die Ursachen für die fehlende Inanspruchnahme einer professionellen Finanzplanung und die bisweilen ausgeprägte Skepsis der Bundesbürger einer solchen gegenüber sind vielfältig - und nicht selten psychologischer Natur:

Teils mangelt es an einem erwünschten Anstoß von außen, teils bestehen Ängste, es könnten "Versorgungslücken" sichtbar werden, die nicht mehr zu schließen sind oder aber man hat das unangenehme Gefühl, nach der Finanzplanung zum Abschluss von Finanzprodukten bei der beratenden Bank verpflichtet zu sein. Oft fehlt auch die grundsätzliche Bereitschaft, den Beratern alle Geldanlagen und Versicherungen offen zu legen: Nur knapp jeder zweite Befragte (46%) ist hierzu ohne größere Einschränkung bereit. Und schließlich ist auch die Qualität der angebotenen Finanzplanung selbst optimierbar: Lediglich 38 Prozent aller bislang von den Finanzdienstleistern in Form einer umfassenden Finanzplanung beratenen Bundesbürger beurteilen diese im nachhinein als ´ausgezeichnet` bzw. ´sehr gut`. Gerade Nichtbanken und Direktvertriebe werden diesbezüglich besonders kritisch beurteilt.

Großes Beratungspotenzial für Banken

Trotz vorhandener Ängste, Widerstände und Kritik schließen rund 60 Prozent der Bankkunden für die Zukunft nicht aus, Finanzplanungsangebote ihrer Bank anzunehmen. Dies macht auch Sinn, denn jeder sechste Bundesbürger gibt offen zu, keinen wirklichen Überblick über seine Finanzen und seine Absicherung zu haben. Und 44 Prozent sehen sich bisher nicht wirklich gut gegen aktuelle und zukünftige finanzielle Risiken geschützt.

"Das Beratungspotenzial ist vorhanden, zu dessen Ausschöpfung bedarf es allerdings verstärkter Aktivitäten seitens der Finanzdienstleister" kommentiert Stefan Heinisch, Studienleiter bei der psychonomics AG. "Wichtig sind dafür sowohl fachlich als auch sozial kompetente Finanzplanungskonzepte".

Um die Kunden da abzuholen, wo sie stehen, erweist sich zudem eine Orientierung an den unterschiedlichen psychologischen Bankkunden-Typen in der Bevölkerung als vorteilhaft.

Fazit

Am interessantesten finde ich an dieser Studie vor allem die psychologische Eingruppierung von Bankkunden. Auch für Sie als Anleger ist diese Eingruppierung einen Blick wert. Zum einen können Sie sich selber besser einschätzen und bekommen im Finanziellen Segment ein besseres „Selbstbild“. Zum anderen bekommen Sie dadurch gegenüber Ihrem Bank- oder Vermögensberater eine bessere Wahrnehmung und Einschätzung seiner Empfehlungen.

Die Studie finden Sie unter folgendem link:

Die psychonomics Bankkundentypologie

     

3. Neues Gesetz über den Versicherungsvertrag tritt 2008 in Kraft!

Zum 01.01.2008 tritt das reformierte Gesetz über den Versicherungsvertrag in Kraft – transparenter und in vieler Hinsicht deutlich vorteilhafter für den Versicherungsnehmer als sein Vorgänger. Was genau sich ändern wird hat Dr. Klein hier für Sie zusammengefasst.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

- Ohne Angabe von Gründen kann ein Vertrag innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden (Lebensversicherungen innerhalb von 30 Tagen).

- Kunden müssen vor Abschluss einer Versicherung ausführlich beraten und die Beratung muss dokumentiert werden. Entfällt eine solche Beratung, hat der Kunde Anspruch auf Schadenersatz.

- Der Versicherungsnehmer muss bei Vertragsabschluss nur angeben, was vom Versicherer schriftlich angefragt wurde.

- Der Vertrag muss dem Versicherungsnehmer in allen Punkten bekannt sein. Diese Offenlegungspflicht bezieht sich auch auf alle zusätzlich anfallenden Kosten.

- Die Klagefrist entfällt. (Wurde einem Versicherungsnehmer eine Leistung durch seine Versicherung verwehrt, so hat er noch bis Ende 2007 die Option, seinen Anspruch geltend zu machen.).

- Fahrlässigkeit führt nicht mehr automatisch zur kompletten Leistungsverweigerung der Versicherer, sondern es wird je nach Schwere des fahrlässigen Verhaltens des Versicherungsnehmers eine anteilige Leistung erbracht. Nur bei vorsätzlicher Handlung kann die Versicherung die Leistung verweigern.

Private Krankenversicherung

Tritt bei privaten Krankenversicherungen ein Zahlungsverzug durch den Kunden ein, so muss die Versicherung dem Versicherten mindestens eine zweimonatige Frist einräumen, in der der Krankenversicherungsschutz ungemindert aufrecht erhalten wird. 

Lebensversicherungen

- Schließt ein Kunde eine Lebensversicherung ab, so muss der Versicherer dem Kunden innerhalb einer Modellrechnung darlegen, mit welchen Auszahlungen dieser im Normalfall rechnen kann.

- Die Rückkaufwerte müssen nach den neuen Regelungen errechnet werden (die einkalkulierten Beträge der Abschlusskosten auf die ersten fünf Jahre Vertragslaufzeit müssen verteilt berücksichtig werden).

- Eine Garantie auf Rückkaufmöglichkeit muss vorab gewährt werden.

- Zum Vertragsende hat der Versicherungsnehmer das Anrecht auf die Auszahlung der Hälfte des ihm zugerechneten Anteils aus den stillen Reserven.

Fazit

Erfreulich sind deutliche Verbesserungen im Sinne des Verbraucherschutzes. Am 01. Januar 2008 tritt das neue VVG in Kraft. Bei Versicherungsverträgen, die zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen sind, findet bis zum 31. Dezember das alte VVG Anwendung, danach gilt für alte und neue Versicherungsverträge das neue Recht. Weitere Informationen zu den Gesetzesänderungen und den neuen EU-Vermittlerrichtlinien  erhalten Sie unter:

Dr. Klein

4. Kaum Inflation? – Wie die Preise wirklich gestiegen sind!

Wie oft lesen oder hören wir, dass die Zeiten von Hyperinflationsphasen vorbei sind und die Inflationsraten gerade in Deutschland nach wie vor historisch niedrig sind. Aber die Gefühlte Inflation von Ihnen als Verbraucher sieht dabei ganz anders aus und das zu recht wie eine Auswertung der DEVK zeigt.

In den letzten zehn Jahren sind die Preise für Roggenbrot und Vollmilch in Deutschland um mehr als zehn Prozent gestiegen. Und auch für die Freizeitgestaltung müssen die Bundesbürger heutzutage tiefer in die Tasche greifen. So verteuerte sich die Eintrittskarte für ein Fußballspiel um fast 50 Prozent. Der Besuch im Hallenbad schlägt mit einem Aufschlag von gut 25 Prozent zu Buche. Besonders schmerzhaft setzt die Preisentwicklung Fahrzeughaltern zu: Kraftstoffe, ob Diesel (+ 91 Prozent) oder Normalbenzin (+ 68 Prozent) belasten das Haushaltsbudget immer stärker.

Im Vergleich zu den Kosten rund um das Auto hat sich die Preissteigerung auf der Schiene in den vergangenen zehn Jahren moderat entwickelt. Während beispielsweise die Kfz-Steuer um stolze 78 Prozent anzog, stiegen die Kosten für eine Monatskarte im Verbundverkehr nur um 33 Prozent.

Preissteigerung von Juli 1997 bis Juli 2007 in Deutschland


1. Dieselkraftstoff (91,1 Prozent)
2. Betrieb einer Zentralheizung (79,0 Prozent)
3. Zigaretten (78,2 Prozent)
4. KfZ-Steuer (78,1 Prozent)
5. Normalbenzin (68,4 Prozent)
6. Brillen, Brillengläser (60,2 Prozent)
7. Strom (Monatsverbrauch) (57,1 Prozent)
8. Krankenversicherung (54,4 Prozent)
9. Kabeljau (54,2 Prozent)
10. Eintrittskate zum Fußballspiel (46,9 Prozent)
11. Vollmilchschokolade (35,7 Prozent)
12. Monatskarte (Verbundverkehr) (33,5 Prozent)
13. Speisekartoffeln (31,9 Prozent)
14. Blockflöte (30,0 Prozent)
15. Absätze ersetzen (Damenschuhe) (29,4 Prozent)
16. Waschmaschinenreparatur (27,4 Prozent)
17. Kindergartenbesuch (26,8 Prozent)
18. Eintrittskarte Hallenbad (25,5 Prozent)
19. Vollmilch (14,3 Prozent)
20. Roggenbrot (12,3 Prozent)
21. Deutsche Markenbutter (-4,0 Prozent)

FAZIT

Die statistische Inflationsrate des Verbraucherpreisindexes spiegelt uns zwar nach wie vor eine trügerische Scheinsicherheit vor, aber gerade die gestiegenen und weiter steigenden Energiekosten werden sich auf alle Branchen niederschlagen. Energie braucht und verbraucht schließlich jeder, vom Landwirt bis zum öffentlichen Nahverkehr.

 

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