So mancher Börsianer greift derzeit sicherlich auch des Öfteren zur Flasche um sich den Frust von der Seele zu spülen. Es gibt aber auch andere Alternativen im Umgang mit Alkohol. Ich meine dabei auch nicht den Ethanol-Hype, der aus meiner Sicht für viele Anleger bisher eine bittere Erfahrung bedeutete. Aber Lehrgeld gehört nun mal dazu.
Eine kleine Alkohol Geschichtsstunde Die ersten bekannten Völker, die gezielt alkoholische Getränke herstellten, waren übrigens die Ägypter, Babylonier und Sumerer. Sie erzeugten zuerst Biere und später auch Wein. Im Mittelalter wurde dann endlich die Destillation erfunden. Alkohol ist ein Sanitäter in der Not, Alkohol ist ein Fallschirm und ein Rettungsboot Sie kennen diese Zeilen ja vielleicht aus Herbert Grönemeyers Song “Alkohol”. Ich möchte hier natürlich auch nicht zum Alkoholismus aufrufen, aber da wo ich herkomme ist Bier zumindest nach wie vor ein Grundnahrungsmittel. Auch als Kapitalanlage ist Alkohol natürlich - bedingt - geeignet. Derartige Investments sind für mich allerdings keine Bestandteile eines modernen Vermögensmanagements, sondern laufen für mich unter dem Segment “Alternative und nicht strategische Kapitalanlagemöglichkeiten”. Also dieser Bereich fällt mehr in den Bereich Hobby, allerdings kenne ich mittlerweile sehr viele Menschen, die aus einem einstigen Hobby (Sammelleidenschaft) ein kleines Vermögen gemacht haben, fern der Finanzmärkte. Alkohol ist auch eine hochprozentige Sachanlage Zumindest bei gezielter Auswahl waren in der Vergangenheit teilweise enorme Preissteigerungen vor allem beispielsweise bei Bordeaux-Weinen, Whiskys, Cognacs, oder auch Rum zu beobachten. Im Prinzip fällt derartiges auch in den Bereich der Rohstoffe. Ähnlich wie bei Goldmünzen in das Segment der veredelten Rohstoffe. Auch hier ist zu beobachten, dass der steigende Wohlstand in Ländern wie Russland, China oder Indien einhergehen mit einer steigenden Nachfrage für Edel-Spirituosen. Gerade alte Jahrgänge wurden in den vergangenen Jahren beträchtlich teurer. Warum sind beispielsweise Briefmarkensammlungen oftmals nichts wert? Sammlerwerte sind meist stark relativ. Jeder ältere von uns hat wohl einmal in der Vergangenheit Briefmarken mehr oder weniger gesammelt. Auch der Wert von Sammelobjekten richtet sich allgemein nach den normalen wirtschaftlichen Zusammenhängen des Angebots und der Nachfrage. Briefmarken wurden - sieht man einmal von Marken wie der berühmten Blauen Mauritius ab - immer in Millionen Stückzahlen gedruckt. Die alten Marken können allerdings nicht mehr auf Briefen verklebt werden und so herrscht ein permanentes Überangebot. Zudem ist Briefmarkensammeln im Emailzeitalter heute relativ out und die kleinen bunten Bildchen, postfrisch oder gestempelt, sind meist nur noch einen Bruchteil des aufgedruckten Betrags wert. Warum wurden früher Briefmarken gesammelt und heute nicht mehr? Die gestempelten Marken waren vor allem kostenlos vorhanden. Ausländische Marken weckten zudem das Fernweh in uns und so kam eins zum anderen. Das Fernweh können wir heute jedoch mit Reisen befriedigen und Briefe werden immer weniger geschrieben. Die Welt wurde multimedial. Bei Edel-Spirituosen Sammlungen besteht diese Gefahr nicht Ganz anders geht es bei Edelspirituosen-Sammlungen zu. Die Nachfrage ist so hoch wie selten zuvor und ständig werden die besten Flaschen von Genießern, trotz allen Wehklagens der Sammler und konjunktureller Entwicklungen geöffnet und getrunken. Die Vorräte alter Edel-Spirituosen sind vor allem auch begrenzt. Das birgt enormes Wertsteigerungspotential für ausgesuchte Edel-Spirituosen. Ein Beispiel: Whisky als Kapitalanlage Es gibt übrigens ein kostenloses Ebook zum Thema Whisky, welches wirklich fast schon unglaublich viele interessanten Aspekte und Empfehlungen aufzeigt. Aus meiner Sicht sehr interessant ist der Teil zum Thema “Vorsicht bei Whisky Investments”. Im Zeichen des Whisky-Booms und natürlich auch der anderen Edel-Spirituosen mehren sich natürlich auch hier Schwarze Schafe und Trittbrettfahrer, welche zum Nachteil von gutgläubigen Investoren profitieren möchten. Sie sollten sich also wirklich intensiv mit dieser Thematik befassen, bevor Sie sich dieses sehr spezifische und komplexe “Kapitalanlagesegment” entscheiden. Sie können diese sehr empfehlenswerte Publikation unter folgendem link gratis herunterladen: ► Das elektronische Whisky-Buch Mein Fazit und Buchtipps Sollten Sie sich mit dieser Thematik näher beschäftigen, kann ich Ihnen auch noch ein aktuelles Buch sehr ans Herz legen. Immer mehr Anlagestrategen entdecken mittlerweile eben das hochprozentige Potenzial von Nobel-Getränken. Die rund um die Welt wachsende Nachfrage nach Edel-Spirituosen wie Cognac und Whisky ist gemäß Finanzexperten aus diesem Fachgebiet durchaus gegeben. Gefragt ist vor allem, was Prestige verheißt und teuer ist. Ähnlich wie bei kostbaren Uhren - welche ich übrigens auch für eine hervorragende Kapitalanlage in Sachwerten halte - hat sich bereits auch bei Spirituosen ein Fälschermarkt gebildet. Bei Uhren kennen Sie das sicherlich vom Urlaub im Süden. Eine Rolex Daytona oder Breitling Navitimer für wenige Euro kann einfach kein Orginal sein. Als Sammelobjekt sind Fälschungen somit absolut ungeeignet, dass gilt für Spirituosen noch viel mehr, da Sie diese ja eventuell auch noch selbst trinken. Ich habe damals das Buch von Michael Brückner “► Uhren als Kapitalanlage. Wie man von Rolex, Cartier & Co. profitieren kann” gelesen, da ich selbst wie gesagt auch ein Uhrenfan bin. Nun gibt es auch im “Alkoholischen Bereich” ein Buch von ihm. Hier stellt Brückner die elf begehrtesten Nobel-Getränke vor. In kurzweiligen Produktporträts erfahren Sie als kultivierter Spirituosenliebhaber das Wichtigste über Herstellung, Genuss und Anlagestrategie. Besonders interessant ist aus meiner Sicht, dass anhand von Erzeugnissen, welche sich jeder qualitätsbewusste Genießer auch leisten kann, Analogien zum Finanzmarkt und zur Börse aufgezeigt werden. Ebenso wird sehr gut der Aspekt einer eventuellen Kapitalanlage beleuchtet. Vorgestellt werden in dem Buch die Alkoholsorten Armagnac, Champagner, Cognac, Grappa, Nobelliköre, Obstbrände, Portwein, Rum, Tequila, Whisky und meinen persönlichen Favoriten Wodka. Meine Lieblingswodkas - nicht als Kapitalanlage muss ich dazusagen - sind übrigens Grey Goose und Ciroc. Das neue Buch von Michael Brückner trägt übrigens den Namen: “► Nobel Drinks: Edle Spirituosen vom Genuss zur Kapitalanlage“. Wie gesagt, ich sehe derartiges grundsätzlich nicht als Strategische Kapitalanlage sondern als mögliche Sachwert-Beimischung in Kombination mit einem Hobby. Allerdings hat das ganze natürlich auch den Vorteil, falls Sie mit Ihrem Kapitalertrag nicht zufrieden sind, können Sie Ihre Flaschen wenigstens immer noch selbst trinken. Ihre Briefmarken, Bilder, Gold oder Silber können Sie weder essen noch trinken. Ach ja und noch was ganz am Rande. Auch diese “Assetklasse” ist natürlich physisch. Somit wären also Gewinne die Sie mit derartigen Anlagen oder Spekulationen machen nach einem Jahr abgeltungsteuerfrei. Sie müssen nur aufpassen, dass Sie nicht derartig aktiv auf einmal mit Alkohol handeln (gleiches gilt auch für Gold und anderes), so dass Sie Ihr Finanzamt als gewerblichen Händler einstuft. So und ich werde mir jetzt einmal ein Glas Ciroc gönnen, wie gesagt auch das kann ich Ihnen nur sehr ans Herz legen. Ich habe früher auch immer geglaubt jeder Wodka wird aus Kartoffeln hergestellt. Ciroc-Vodka ist aber aus Weintrauben fünfmal destilliert. Grey Goose wird übrigens aus Roggen hergestellt und ist vierfach destilliert. Diese beiden Top-Vodkas sind allerdings eher zum Trading, sprich sofort trinken geeignet und nicht zur Kapitalanlage. Aber wer weiss, vielleicht kommt eine Tages wieder eine Währungsreform wenn auch nur eine “kalte Währungsreform” und dann habe ich zumindest einige Flaschen an Tauschmittel, also “Fallschirm oder Rettungsboot” im Keller. Falls das auch nicht geht, zumindest der “Sanitäter in der Not” bleibt dann noch. Wobei ich jetzt natürlich nicht die möglichen Folgen des exzessiven Alkoholkonsums verharmlosen möchte, also praktisch das vergleichbar vernachlässigte Emittentenrisiko des Alkohols. |